Als eines der Vorzeigeprojekte der Internationalen Bauausstellung IBA 2013 in Hamburg zog die SolarLeaf Fassade viel Aufmerksamkeit auf sich: Die Fassade ist mit Glaselementen ausgestattet, in denen Mikroalgen zur Energiegewinnung genutzt werden. Diese Bioreaktoren wurden im Rahmen des Forschungsprojektes FABIG (Fassaden mit Algen-Biogeneratoren aus Glas) ästhetisch und technologisch weiterentwickelt.

Drei unterschiedliche Fassadenelemente sollen neue Möglichkeiten der architektonischen Gestaltung eröffnen: Eine transluzente Variante, die die Grünfärbung der Algen im Innenraum erlebbar macht, eine opake Lösung, bei der die Algen als Gestaltungselemente auf der Außenfassade dienen, und eine transparente Fassung, die eine ungestörte Durchsicht gewährleistet.

Optimierung der Photobioreaktoren

Die Glaselemente der Bioenergiefassade sind Teil einer solarthermischen Anlage, bei der zusätzlich Mikroalgen zum Aufbau von Biomasse und zur CO₂-Absorption kultiviert werden. Mit einem thermischen Wirkungsgrad von 38% und einem Biomasse-Umsetzungsgrad von 8% ist die Bioenergie-Fassade vergleichbar mit herkömmlichen Solaranlagen. Die Funktion und Wirtschaftlichkeit der Anlage soll durch ein Betreiberkonzept sichergestellt werden. Die geernteten Algen werden in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt.

Um optimale Bedingungen für das Wachstum der Mikroalgen zu schaffen, werden Computational Fluid Dynamics (CFD)-Simulationen eingesetzt. Die computergestützten 3D-Modelle stellen die Strömungs- und Mischungsvorgänge innerhalb der Bioreaktoren dar.

Arup führt das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und den Projektpartnern SSC GmbH, Pazdera AG und ADCO Technik GmbH durch. Es wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und soll im April 2019 mit dem Bau eines Prototyps abgeschlossen werden.

Technische Universität Dresden / SSC Strategic Science Consult GmbH / Pazdera AG / ADCO Technik GmbH